Jan

29

Populismus über die dunkle Zukunft Deutschlands ist stark in Mode gekommen - überall Szenarien des wirtschaftlichen Niedergangs. Doch in einem Spiegel-Artikel gibt der Geschäftsführer von Porsche Consulting Eberhard Weiblen Mut zur Zuversicht. “Made in Germany” sei  auch auch 2067 möglich - zwar nur, wenn sich die Deutschen mit 67 den Entwurf eines Mikroprozessors von Indern per E-Mail zuschicken lassen oder mit 72 im eigenen Designstudio abgasfreie Autos entwerfen - aber dann läuft der Laden. Bleibt nur offen, woran die anderen Greise arbeiten, die die weder als Ingenieur, Designer oder gerade als Bundeskanzler(in) in Lohn und Brot stecken - also die große Mehrheit der Bevölkerung. Das prophezeite Ende der Arbeitslosigkeit - dank des Geburtenknicks - bleibt wohl auch eher eine schöne Vorstellung. Oder werden wir in Zukunft einfach die offenen Jobs mit “ehemaligen” Arbeitslosen besetzen, die bereits heute so zahlreich aufgrund fehlender Qualifikation nicht besetzt werden können. Realistisch eingeschätzt wird die Arbeitslosigkeit sinken, doch der Anteil gleich bleiben. Eine generelle Auslagerung aller Jobs der Produktion ist daher ausgeschlossen. Nicht zuletzt folgt der Produktion auch früher oder später die Forschung und Entwicklung. Die Augen davor zu verschließen, ist grob fahrlässig. In einem Punkt kann Herrn Weiblen sicherlich zugestimmt werden. Nichts geht ohne Bildung, Bildung, Bildung. Nichts geht ohne staatlich garantierte kostenlose Kindergärten, Schulen und Universitäten mit einer hochwertigen Lehre. So lebt die Hoffnung auf eine helle Zukunft - mit hochqualifizierten Arbeitskräften, die an Zukunftstechnologien feilen, aber auch mit normal und wenig qualifizierten Arbeitskräften, die die Technologien montieren, verpacken und für den Export vorbereiten.


Comments

Name (erforderlich)

Email (erforderlich)

Website

Speak your mind

Blogroll